17 Johannes Kiel
Urban Pheromones: die wachsende Infrastruktur
In Ökosystemen entstehen komplexe Strukturen nicht durch zentrale Steuerung, sondern durch das Zusammenspiel vieler einfacher Individuen. Ameisen, Pilzgeflechte oder Wurzelwerke bilden Wege, Netze und ganze Landschaften, indem sie chemische Spuren hinterlassen, denen andere folgen. Aus diesen minimalen Regeln entstehen überraschend stabile und zugleich wandelbare Systeme.
Urban Pheromones zeigt digitale Individuen, die sich innerhalb eines Terrains bewegen und über farbige Pheromonspuren kommunizieren. Wege verdichten sich, verschwinden wieder, bilden neue Abzweigungen. Ähnlich wie Trampelpfade in einem Garten, die erst mit dem Durchqueren ausgestaltet werden.
Am Hildegardplatz, wo sich Wege der Stadt kreuzen, wird diese Idee unmittelbar erfahrbar. Die Installation macht sichtbar, dass auch eine Stadt wie ein Garten wächst. Zwischen Architektur, Geschichte und digitaler Simulation entsteht ein temporäres Ökosystem, in dem technologische und biologische Logiken ineinander übergehen.
Hildegardplatz